Elbhang & Weststrand

Ahrenshoop – Die Künstlerkolonie als geschützter Ort für nonkonforme Kunst steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Elbhang & Weststrand – Dresdener Künster in Ahrenshoop“ präsentiert sie an drei unterschiedlichen Ausstellungsorten, wie Künstler ihre Aufenthalte in Ahrenshoop nutzten, um Werke jenseits der Doktrin des sozialistischen Realismus zu schaffen. Hauptmotiv vieler Bilder ist die Ostsee als Chiffre für die Entgrenzung.

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Im Kunstkaten Ahrenshoop werden die Arbeiten des Malers Hans Kinder (1900 – 1986) den Werken des Malers und Fotografen Edmund Kesting gegenübergestellt. Beide bewohnten am Hohen Ufer längere Zeit Sommerhäuser und legten die Basis für die freie künstlerische Auseinandersetzung auf dem Darß. Über die Farbigkeit und Abstraktion durchbrechen sie die naturalistische Maltradition in der DDR. Dabei reflektieren sie unter anderem Einflüsse des Kubismus und des italienischen Futurismus.

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Die Ausstellung „Ein Meer mit allen Wassern – Dresdner Künstler an der Ostsee“ vereint die großen Namen der Dresdner Nachkriegskunstgeschichte: Max Schwimmer, Eberhard Göschel, Stefan Plenkers und Max Uhlig. In der Tradition von Edvard Munch spielen die Künstler mit dem Meer als Sehnsuchts-Motiv. Farben und Formen werden in der Abstraktion ein Chiffre für Seelenlandschaften. Sie werden symbolistisch aufgeladen und fordern den Betrachter auf zu einer Auseinandersetzung mit vorhandenen Grenzen. Im Vergleich zu den agitativen Arbeiten des sozialistischen Realismus thematisieren sie den Rückzug in die Innenwelt.

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Auf Werke Bernhard Kretzschmars, den Begründer der Dresdner Secession, kann man in der Ahrenshooper Strandhalle treffen. Sie zeigt unter dem Titel “Grenzgänge und Treibsand“ explizit nonkonforme, künstlerische Positionen aus Dresden. Die großformatige Bilder erinnern an die parallel in Westberlin in den 1980er Jahren aufkeimende Tradition der „Neuen Wilden“, die eine neue Realismusauffassung in ihren Bildern erarbeiteten – weg vom abbildenden Naturalismus hin zur Gesellschaftskritik.

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AUFSCHLAG No. 09 – Uncommissioned Art

Am Wochenende wurde der 9. Aufschlag des Berufsverbands Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. (BFF) in der Barlach Halle K in Hamburg platziert. 81 Mitglieder des BFF aus der Hansestadt und aus Berlin machten dort wieder Lust aufs Sehen. Diejenigen, die sonst für Kampagnen und die Werbewelt inszenieren, zeigten dort die freien Arbeiten – die uncommissioned Bilder, Werke mit hohem künstlerischen Anspruch und ganz unterschiedlichen Techniken. Sie bestechen durch einen unglaublichen Blick fürs Detail und starke Botschaften, die man in einer übersättigten Bilderwelt noch gern wahrnimmt.

So zum Beispiel Eike Schleefs ästhetisch in Spitze gehülltes Kinderporträt, dass allerdings mit seinen Sehschlitzen an die Burka als religiöse Tracht erinnert. Auch Hendrik Lüders zeigt ein Porträt. Im Kontext der Werbefotografie müsste man fragen, was will das Male-Model mir verkaufen? Cool nippt er an seinem Drink und hält Blickkontakt mit dem Betrachter, während sein Hund in der Ferne etwas anderes anderes zu wittern scheint. Er ist von Mauern umgeben, die mit ihrem Graffiti im Kontrast stehen zu dem blühendem Baum – jenseits der Eingrenzung, im Hintergrund.

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Hendrik Lüders

 

An ein barockes Stillleben erinnert Calle Hackenbergs Fotografie „New Vanitatis“. Was ist die neue Vergänglichkeit? Er spielt mit der klassischen Ikonografie und durchbricht diese Bildwelten bewusst mit Roboter oder Scherzgebiss. durch das Übermaß an Früchten lässt er an den bewussten Umgang mit Lebensmitteln denken. Auf seiner Fotografie spielt er mit dem Hell-Dunkel, setzt Sachen bewusst in Szene, indem er sie beleuchtet oder entzieht sie dem Betrachter durch die Dunkelheit. Die deutlich herausgestellte Inszenierung erinnert er daran, dass wir immer nur einen Teil der Wirklichkeit wahrnehmen. Bei jeder neuen, immer flüchtigeren Wahrnehmung entsteht eine neue Vergänglichkeit.

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„New Vanitas“ Calle Hackenberg

Model ve Sembol – Die Erfindung der Türkei

Die Inhaftierung von eines deutsch-türkischen Journalisten, die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei, lässt momentan die ganze Welt fragen, wie es dort mit der Rechtsstaatlichkeit aussieht? Ein Riesenschritt vom möglichen EU-Mitglied bis zur potentiellen Autokratie unter Erdogan. Die Entwicklungen im Land für Außenstehende schwer verständlich und vielleicht gerade deshalb äußerst spannend. Eine Ambivalenz zwischen Nähe und Ferne umgibt die Türkei, deren geografische Fläche nur zu drei Prozent des Landes zum europäischen Kontinent gehört.

Eine Brücke zum Verständnis der Geschichte der Türkei schlägt die am letzten Wochenende im E-Werk Schwerin eröffnete Ausstellung „Model ve Sembol – Die Erfindung der Türkei“. Gezeigt werden Fotografien der Professorin Katja Eydel aus der Türkei. Sie thematisieren die Gründung einer parlamentarischen Demokratie und geben unter anderem Einblick in das türkische Parlament 2005. Aus fremdem Blickwinkel fällt die enge des Raumes und das männlich dominierte Zeremoniell auf. Dem lässt sich eine Klasse von Näherinnen an einem türkischen Mädchengymnasium gegenüberstellen.
Am Anfang des Modernen Staates steht der heroische Mythos von Atatürk, der mit Reiterstandbild oder Mausoleum in der Ausstellung allgegenwärtig ist. Nach Untergang des osmanischen Reiches verwandelte er 1923 die Türkei in einen Nationalstaat nach europäischen Vorbild.

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Dem türkische Parlament wird in der Ausstellung als Großformat besondere Bedeutung verliehen. (Foto: N. Müller)

Die Aufnahmen von Katja Eydel zeigen das Spannungsfeld, in dem sich die Entwicklung seit dem vollzieht: zwischen Tradition und Moderne, zwischen Armut und Reichtum. Sie zeigt eine Schlange von Menschen vor der staatlich subventionierten Brotausgabe, junge Leute beim entspannten Gespräch im Park, modernen Wohnungsbau und die traditionelle Architektur von Geldinstituten.

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Die Ausstellung weiht in neue Ausstellungsfläche im E-Werk ein, Foto: N. Müller

Ihre Bilder zeigen ähnliche Repäsentationssysteme in der Baukunst, wie sie auch in Europa angewendet werden. Sie arbeitet Riten und Traditionen heraus, die für die Kultur und die Gesellschaft prägend sind und versucht nachzuzeichnen, wie diese sich verändern.

Noch bis 11. April ist die Ausstellung der Berliner Künstlerin Katja Eydel in E-Werk in Schwerin zu sehen. Ihr Werk konzentriert sich auf politische Entwicklungen, Fotografie und Film. Die Aufnahmen bestechen durch einen klaren Realismus und geben einen ungewöhnlichen Eindruck der Türkei, den man von Außen nur schwer bekommt – auch wenn die Aufnahmen bereits einige Jahre alt sind. Zur Präsentation wird es noch ein Vortragsprogramm und ein Künstlerin-Gespräch geben.

Zeit für Veränderung: Re-form

„Reform – Zeit für Veränderung“ war am Sonntag das Thema des internationalen Weltgästeführertages. Im Mittelpunkt stand das 500-jährige Jubiläum der Reformation in Deutschland.

Auch die 39 Mitglieder des „Stralsunder Gästeführervereins 07“ luden zu historischen Rundgängen durch die Hansestadt. Parallel zum Reformations-Jubiläum feiert der Gästeführerverein 2017 sein 10-jähriges Bestehen.

Der Ausgangspunkt vieler Reformen am Sund war und ist das Rathaus am Alten Markt. Wobei sich der Bau als Repräsentationsort für die Macht auch selbst immer wieder veränderte. Eine Zeit lang war in dem prächtigen, gotische Bau aus dem 13.  Jahrhundert sogar ein Koophuus. Im Laufe des 14. Jahrhunderts erfuhr das Stralsunder Rathaus mehrere Erweiterungen. Bis 1340 wurde das Gebäude im Norden und im Süden um Sitzungsräume für den Rat der Stadt, einen großen Saal sowie die Schaufassade zum nördlich gelegenen Alten Markt hin ergänzt. Die Fassade war reich geschmückt mit Figuren sowie mit Wappen von besiegten Fürsten. Im 18. Jahrhundert wurde die Fassade mit barockem Zierrat überblendet und ist dann wieder zurückgebaut worden.

 

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Stralsunder Rathaus, Foto: N. Müller

 

Nach einem Schauplatzwechsel vom Alten Markt zum religiös bedeutenden Johanniskloster tauchten die Geschichtsfans ab in die Luther-Zeit im Norden. Die Reformation gelangte um 1525 nach Stralsund. Die Lehren Luthers wurde in der Hansestadt maßgeblich durch Christian Ketelhot, einem Schüler des großen norddeutschen Reformator Johannes Buggenhagen, verbreitet. Er strandete auf der Flucht nach Livland in Stralsund und predigte in der Hansestadt.

Ausgehend von den Anhängern der neuen Lehre ist es 1525 am Sund zum großen Kirchenbrechen gekommen. „Dabei sind leider sehr viele bedeutende religiöse Bildwerke zerstört worden bzw. verschollen, vor allem viele der ursprünglich 56 Altäre in St. Nikolai“, weiß die Gästeführerin Birgit Berndt. Zwar wurden zwar viele Güter wiederbeschafft, die von Plünderern weggebracht worden waren. Diese wurden dann allerdings aus Hinwirken des Rates der Stadt im Hof des Katharinenklosters vergraben, um der Abgötterei vorzubeugen.

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Führung in St. Nikolai, Foto: N. Müller

Die Pieta auf dem Hof des Jonannisklosters, nach einem einen Entwurf von Ernst Barlach, ist ein Beispiel für bildhauerische Reformen und sie verbildlicht eine gesellschaftliche Veränderung. Ihre besondere Wirkung erzielen Barlachs plastische Bildwerke durch das Darstellen und Suchen von Grenzerfahrungen, wie sie bei enormen Veränderungen auftreten. Die Plastik sollte ursprünglich an die Gefallenen des 1. Weltkrieges erinnern. Nachdem Erstarken der Nationalsozialisten mutierte der Plan eines Ehrenmals bei den Verantwortlichen in der Stadt immer mehr zum Siegesmal. Barlach zog seinen Entwurf zurück. Erst zu Barlachs 50. Todestag wurde sie von dem Bildhauer Hans-Peter Jaeger ausgeführt.

New Eelam – Markenkonzept für zeitgemäßes Leben

Mit „New Eelam“ testet Christopher Kulendran Thomas, wie eine Marke als Künstler kommunizieren kann. Die Hebel der gängigen Werbewirtschaft werden durch ein Kunstkonzept ersetzt. Und doch wirkt es wie ein Image-Film, wenn man in der aktuellen Ausstellung des Kunstvereins Harburger Bahnhof im Promotion-Video das erste Mal von dem Projekt des Künstlers erfährt. Begrifflich erinnert „New Eelam“ an an Tamil Eelam, den von den tamilischen Separatisten geforderten Staat im Nordosten Sri Lankas. Kulendran Thomas bezieht sich mit der Installation auf die Auseinandersetzungen auf seiner Geburtsinsel und entwickelt daraus ein neues Konzept von Bürgerschaft und Nationalstaat.

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Ausstellung im Harburger Kultur-Bahnhof, Foto: N. Müller

„New Eelam“ ist ein Hybrid aus einem langfristig angelegten Kunstwerk und einem Technologie-StartUp. Die Idee ist die Kreation eines neuen Wirtschafts- und Eigentumsmodells, das der mobilen Lebensweise angepasst ist. Wie im World Wide Web soll man sich durch die Kollektivierung von Wohnraum auch in der Welt der Dinge überall zu Hause fühlen können. Die Ausstellung im Kulturbahnhof Hamburg-Harburg stellt ein alternatives Wohnkonzept vor, das ein Abonnement auf Wohnraum in den Metropolen der Welt ermöglicht. Darüber informieren kann man sich natürlich auch im Netz unter: new-eelam.com.

Christopher Kulendran Thomas bezieht die Vertriebssysteme des Kunstmarktes in sein Werk mit ein. So verstärkt der Bahnhof als Durchgangsort die Wirkung der Installation. Die ankommenden Züge und vorbeieilenden Passanten geben ein Gefühl vom modernen Nomadendasein, das Freiheit und Flexibilität vereint. Der dort ansässige Kunstverein stellt die Installationen des aus Sri Lanka stammenden Künstlers noch bis 12. Februar aus. Er zeigt Chiffren der gegenwärtigen Existenz und stellt im Zentrum seine postkapitalistische Utopie vor.

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Detail in der Ausstellung von Christopher Kulendran Thomas, Foto: N. Müller

Rebus: Eckerts Experiemente mit Wahrnehmung

Er hat die Fähigkeit, das Besondere im Alltäglichen zu sehen. Nach dem Besuch der aktuellen Ausstellung im Kunstverein Schwerin, möchte man sich auf der Suche nach tanzenden Überbrückungskabeln machen. Denn Karl-Heinz Eckert flaniert mit aufmerksamen Blick durch die Welt und lehrt den Betrachter sie neu zu sehen.

Im E-Werk in Schwerin werden nicht nur seine Fotografien von Oberleitungskabeln gezeigt. Zahlreiche Exponate fragen danach: Was ist Kunst und wie funktioniert unsere Wahrnehmung?

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Einige der Werke funktionieren wie Rorschachtests und werden je nach Erfahrungshintergrund von den Besuchern der Ausstellung anders gesehen und gedeutet.

Daher hat der Kurator und Leiter des Kunstvereins Andreas Wegner die Ausstellung auch „Rebus“ genannt, nach dem Bilderrätsel, was durch eine Zusammensetzung von Dingen entsteht.

Spannend daran ist nicht nur das Ratespiel, auch die vielfältig eingesetzten Medien machen die Schau zum Wahrnehmungserlebnis. Von Eckert werden Skulpturen, Collagen, Installationen, Fotografien und ein Künstlerbuch gezeigt. Der Ausstellungsraum wird in die Konzeption mit einbezogen. So schaut ein Rabe aus einem Mauerloch auf die Besucher herab. In einem Nebenraum wurde mit Staffelei und Liegestuhl ein Andachtszimmerchen für die Kunst geschaffen.

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The Never Never / Part one & two, Foto: N. Müller
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Micellaneous

Bei seinen Fotos arbeitet Karl-Heinz Eckert mit Reihungen, die den Betrachter zum Vergleich herausfordern. Was bewirkt Unschärfe? Wie erfolgt die Perspektivänderung? Wiederholungen, Spiegelungen erzeugen einen Dialog zwischen den Werken, einem Verschieben der Grenzen zwischen Kunst und Wirklichkeit. Die Kabel aus „Micellaneous“ wirken als wären sie gerade aus der Wand herausgezogen worden. Die Serie „Lorchel“ untersucht die Merkmale von Ästhetik. Eckert sieht stellvertretend für den Betrachter mal aus der Nähe, mal aus der Ferne. Er umkreist das Werk neugierig. Mit einem dekonstruktivistischen Ansatz zerlegt er die Welt und setzt sie so neu zusammen, so dass dadurch neue Erkenntnisse entstehen.

Die Werke Berliner Künstlers sind noch bis 17.01.2017 im Schweriner E-Werk zu sehen. Eckerts Arbeiten wurden u.a. schon im Goethe Haus in New York ausgestellt.

Ein Querschnitt zeitgenössischer, regionaler Kunst

23. Herbstsalon der Kunstsammlung Neubrandenburg

Warum verwendet die Künstlerin Röntgenaufnahmen als Druckuntergrund? Was ist ein Porträt?, fragte sich so mancher Besucher angesichts der präsentierten Werke im 23. Herbstsalon der Kunstsammlung Neubrandenburg. 23 der bedeutendsten Gegenwarts-Künstler aus MV waren am 26. November in die 4-Tore-Stadt gereist, um ihre Werke zu präsentieren und zu verkaufen. So bot sich eine günstige Gelegenheit, die Trends der regionalen zeitgenössischen Kunst zu erleben und mit den Malern und Bildhauern über diese Entwicklungen zu reden.
Einige der Kunstschaffenden sind Quereinsteiger. So zeigte die ehemalige Krankenschwester Monika Bertermann ihre Werke. Als Bildträger verwendet sie nicht etwa eine Leinwand oder Papier, sondern ausgediente Röntgenbilder. Als Palimpsest setzt sie ein Bild über das andere, überdeckt ein Stück durchleuchtete Schöpfung mit einem Stück neuer Schöpfung.

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Monika Bertermann Collage aus Röntgenbildern, Foto: N. Müller

Eines der Urgesteine der Neubrandenburger Kunstszene ist Karlheinz Wenzel. Seit 1970 arbeitet er dort und gibt sein Wissen an junge Kunstschaffende weiter. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in Berlin Weißensee bei progressiven Vertretern der realistischen Kunst in der DDR, wie Arno Mohr und Bert Heller. Wenzels Werke werden allerdings bestimmt von abstrakten Strukturen, sie stellen die Form vor den Inhalt und halten so Stimmungsbilder fest.

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Karlheinz Wenzel spricht über seine Bilder, Foto: N. Müller

Nicht nur die zeitgenössische regionale Malerei wurde im Herbstsalon der Kunstsammlung sehr fassettenreich vorgestellt, auch einige einheimische Bildhauer waren vor Ort. Wie Karlheinz Wenzel wurde auch Michael Mohns in Berlin Weißensee ausgebildet. Sein Atelier hat er in Tarnow bei Bützow. In seinem Werk konzentriert sich der studierte Biologe oft auf Einzel-Formen und Details (z.B. Schädelformen), die er immer weiter abstrahiert. In der Ausstellung zeigte er auch Vorarbeiten, die die Werk-Genese verdeutlichten. Seine Arbeiten erinnern an die Verbindung von Kunst und Naturwissenschaft, die seit der Renaissance besteht und den Künstler zum Forscher und zweiten Schöpfer macht.

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Ausgestellte Skulpturen im 2. Herbstsalon, Foto: N. Müller